RBB kulturRadio
Marx in Manhattan Oder: Die unaufhaltsame Bespielung des Brecht-Forums Von Barbara Eisenmann Regie: die Autorin Produktion: DLF 2011
Samstag 09:05 Uhr
Ö1
Von der Abwehr des Feindes. Die Influenzapandemie und ihre Bekämpfung. Feature von Michael Lissek Seit die mexikanische, neue oder Schweinegrippe grassierte, spricht man, wenn man von Grippeschutz spricht, nur noch von der (nötigen oder unnötigen) Impfung. Dabei war ein anderer Feind-Abwehrer vor gar nicht langer Zeit talk of the town: Das Medikament Tamiflu, entwickelt von der amerikanischen Biotech-Firma Gilead, vertrieben vom Schweizer Pharmariesen Roche. Ein sogenannter Neuraminidasehemmer, von dem man sich versprach, er könne ein noch unbekanntes Pandemie-Virus wirkungsvoll bekämpfen.Tamiflu erschien notwendig. Denn im Jahr 2004 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Warnung herausgegeben, es sei nach SARS und der Vogelgrippe nicht mehr die Frage, ob eine Influenza-Pandemie ins Haus stehe, sondern nur noch wann. Also kaufte man weltweit Tamiflu in großen Mengen. In Österreich mit dem Ziel, 50% der Bevölkerung zu versorgen; in Deutschland sollten immerhin 30% gerettet werden. In den USA gab man unter Präsident Bush gar acht Milliarden US-Dollar für die Pandemievorbereitungen aus.Von der Abwehr des Feindes setzt sich auf die Spur der Pandemie-Panik und des Verkaufs des Grippemittels Tamiflu. Die Sendung fragt nach den Profiteuren - und den strukturellen Ähnlichkeiten zwischen Pandemie-Angst und Terror-Warnung. Denn eines ist klar: Wie der Terrorismus kann auch das Virus jederzeit zuschlagen; wir wissen nur nicht wann. Und wir wissen nicht wo. Und dass ein Hauptakteur der homeland-security der USA, Donald Rumsfeld, auch bei der Vermarktung von Tamiflu seine Finger im Spiel hatte, lässt aufhorchen ... (Koproduktion DLR/WDR/ORF)
Samstag 09:05 Uhr
HR2
Sinfonie des Lebens (13) Wo lebt die Musik? Konzert versus Konserve Von Gregor und Claudia Praml (Wh. am Sonntag, hr-info/8.30 Uhr) Ich war heute morgen in einer Matinee, wo eine neue Opernproduktion vorgestellt wurde. Nur zum Klavier wurden zwei Arien aus der Oper präsentiert, und es lief mir eine Gänsehaut nach der anderen den Rücken runter. Wundervoll! So beschreibt ein Konzertgänger sein Erlebnis in einem Online-Forum. Doch was ist das bessere Erleben: Ein Live-Konzert zu besuchen, oder die Musik auf CD zu Hause zu hören, ohne Gehüstel und Geräusche der Konzertnachbarn? Das hr2-Funkkolleg Musik sammelt Meinungen ein, spricht mit Konzertgängern und Musikern, die beide Seiten kennen. Gesprächsgast ist unter anderem Olaf Mill, der Gitarrist der legendären Gruppe Flatsch, der den Musikbetrieb von allen Seiten kennt. Dabei wird auch beleuchtet, was es eigentlich heißt, eine gute CD zu produzieren oder eben ein gutes Live-Konzert abzuliefern.
Samstag 11:30 Uhr
WDR3
Meine Gegenwart bekommt Tiefe Oder: Riss in der Maske Von Dorothea Neukirchen Aufnahme des WDR 2007
Samstag 12:05 Uhr
Bayern 2
Hungersmord Holodomor: Über den Hunger des Jahres 1933 Eine ukrainische Ausgrabung Von Franziska Dorau ORF/DLR 2011 Wiederholung am Sonntag, 21.03 Uhr Geheimnisse lautet der Name eines Spiels, das in der Ukraine von kleinen Mädchen gespielt wird. Sie graben ein Erdloch, füllen es mit bunten Fundstücken, bedecken es mit einer kleinen Glasscheibe und schütten es wieder zu. Am nächsten Tag kommen sie zu dem Versteck zurück und sehen sich den Schatz unter der Scheibe an. Auch ihre Großmütter haben es so gemacht - mit den bunten, christlichen Ikonenbildern, die sie vor der Zerstörung durch die Sowjetmacht bewahren wollten. So beschreibt es die ukrainische Schriftstellerin Oksana Sabuschko. In der Sowjetunion durfte vieles nur im Geheimen bewahrt werden. Auch die Erinnerung an dreieinhalb bis vier Millionen Hungertote, die Stalins Kollektivierungspolitik Anfang der 1930er Jahre gefordert hat. Die Beschlagnahmung von Ernten und Vieh sollte die Bauern ihrer Lebensgrundlage berauben und sie zum Eintritt in die Kolchosen zwingen. Sechs Jahrzehnte lang war es bei Strafe verboten, über den Holodomor - wörtlich übersetzt: Hungersmord - zu sprechen. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine wurde er zum Völkermord an den Ukrainern erklärt. Inzwischen wurde er erneut uminterpretiert: als gemeinsame Tragödie der ehemaligen Sowjetvölker. Auf einer Reise durch die Zentral- und Ostukraine hat die Autorin Überlebende befragt.
Samstag 13:05 Uhr
DRadio Wissen
Samstag 15:05 Uhr
DRadio Wissen
Samstag 16:05 Uhr
Deutschlandradio Kultur
Von einem, der auszog, den Tod nicht zu fürchten Geschichten vom Leben und Sterben Von Karla Krause Regie: Friederike Wigger Sprecherin: die Autorin Ton: Thomas Monnerjahn DKultur 2011/54"30 (Ursendung) Der Alte St. Matthäus-Friedhof in Berlin-Schöneberg: fünf Gräber, fünf Geschichten, alle unverwechselbar, aufwühlend. Tonangebend: Bernd Bossmann, alias Ichgola androgyn, Polit-Tunte, Krankenpfleger, Schauspieler, Gastronom, Bestatter, der vom Tod als Silvester des Lebens, als dessen absolutem Höhepunkt, überzeugt ist. Kontrapunktisch dazu die Mutter, die um den Sohn seit Jahren im Internet trauert. Dann das junge Paar mit seinem Sternenkind und die MS-Kranke, die sich nach Ruhe unter ihrem Grabstein sehnt. Die Autorin trägt die Begegnungen vom Friedhof ans Grab ihres Liebsten, um mit ihm im Gespräch zu bleiben. Von einem, der auszog, den Tod nicht zu fürchten
Samstag 18:05 Uhr
DRadio Wissen
Samstag 18:05 Uhr
SWR2
Vom Gastarbeiter zum Gastgeber Wie in einer griechischen Taverne in Karlsruhe Geschichte geschrieben wurde Von Matthias Kußmann Es war das erste griechische Lokal in Karlsruhe. Das El Greco, das später Alexis Zorbas und dann schlicht Der Grieche hieß. 1970 von dem Gastarbeiter Christoforos Stefanidis gegründet, bescherte es den Badenern ganz neue kulinarische Genüsse: Gyros, Souflaki, Ouzo %26 Co. Das Publikum zögerte zunächst, doch bald zog die Taverne auf seltsame Weise Leute aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten an: Zuhälter und RAF-Terroristen, Fußballtrainer und Bundesrichter, aber auch Willy Brandt oder Gregor Gysi und die Bundespartei der Grünen, derzeit im politischen Höhenflug, feierte dort 1980 ihr wildes Gründungsfest. 2009 musste Der Grieche schließen; er war zwar nicht der Euro-Krise, aber der Dönerwelle zum Opfer gefallen ... Christoforos Stefanidis und viele Zeitzeugen erzählen die großen und kleinen Geschichten des Lokals, die rund 40 Jahre deutscher Geschichte und Mentalität spiegeln.
Samstag 22:03 Uhr