Seenot Von Erich R. Andersen Schwerer Sturm, das Schiff bricht mit- ten im Ozean auseinander, zwei Men- schen finden sich auf einer Rettungs- insel wieder. Zwei Menschen, die sich nicht gekannt haben: Sie, vierzig, ge- radeheraus und pragmatisch. Er, zwanzig, unsicher und pessimistisch. Was diesen beiden Menschen in die- ser erzwungenen Intimität miteinan- der geschieht, das ist die Geschichte dieses Hörspiels. Erich R. Andersen, geb. 1937 in Wes- terland, war sechs Jahre lang See- mann und als Elektronik-Ingenieur für viele Jahre Entwicklungsleiter in der Industrie, seit 1996 in Pension. Er schreibt neben hochdeutscher Lyrik und Sachprosa auch für das platt- deutsche Theater und seit 1986 nie- derdeutsche Hörspiele für Radio Bremen. In Bad Bevensen wurde ihm für seine Hörspielarbeit der Hans- Henning-Holm-Preis 2002 verliehen. Mitwirkende: Bernd Poppe Ursula Hinrichs Hasso Henke Wolfgang Schenck Dirk Böhling Regie: Jochen Schütt Produktion Radio Bremen und NDR 1989
Freitag 19:05 Uhr
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«Dazwischen» von Hugo Rendler Als Herr Otto, ein mittlerer Angestellter mittleren Alters, die Augen aufschlägt, findet er sich bis zum Kopf gelähmt in einem Bett einer mittelgroßen Intensivstation. Je mehr Herr Otto zu sich kommt, desto mehr schwant ihm, dass er sich nicht mehr so ganz in dieser Welt befindet, aber auch noch nicht so ganz «Drüben».Rechts von Herrn Otto, hinter einer spanischen Wand, liegt offenbar ein weiterer Patient. Dieser scheint nicht mehr in der Lage zu sein zu sprechen, hat ein Tracheostoma und brodelt nur vor sich hin. Als die Nachtschwester Herrn Otto ins Ohr flüstert: «Warte nur, warte, balde brodelst du auch!», kriegt er es mit der Angst zu tun. Er schließt die Augen. Das geht. Nur die Ohren kriegt er nicht zu.So wird er akustisch Zeuge wie der alte Mann hinter der spanischen Wand beginnt, in aller Seelenruhe seinen Koffer zu packen, mit dem Hauptaugenmerk auf sauber gestapelte und zusammengelegte Unterhosen. Links scheint ebenfalls jemand zu liegen. Gelegentlich hört Herr Otto die Person atmen!Was ihm aber den Angstschweiß endgültig auf die Stirn treibt, ist die aufgeschnappte Information, dass einer der drei Intensiv-Patienten gehen muss. «Zwei bleiben, einer geht!» Und die Entscheidung, wer von den dreien dies sein wird, steht kurz bevor. Aber wohin überhaupt gehen?Mit: Fabian Busch (Otto), Leslie Malton (Alte Frau), Christine Albiez (Schwester Laura), Andreas Helgi Schmid (Arzt), Martin Schley (Herr Paul), Ueli Schweizer (Chefarzt), Lisbeth Felder (Frau Hipp), Hubertus Gertzen (Pfleger)Musik: Peter Kaizar, Dramaturgie & Regie: Mark Ginzler, Produktion: SWR 2012, Dauer: 49"
Freitag 20:03 Uhr
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Meyer/Schaerf: Unmöglichkeiten neu gemischt Unmöglichkeiten neu gemischt Von Eva Meyer/Eran Schaerf Mit Helga Fellerer, Peter Veit, Nina von Stebut und Armin Berger Realisation: Eva Meyer/Eran Schaerf BR 2001 artmix.gespräch * Kunst und Revolution Norbert Lang im Gespräch mit Gerald Raunig, Philosoph und Kunsttheoretiker * Das Hörstück spielt sich in einem Aufnahmearchiv ab. Mit zum Teil dokumentarischem Material wird ein fiktives Radiogespräch um Terrorismus, Mode, Israel, den Nah-Ost-Konflikt und den Messias inszeniert. Auskunftsfreudige Vertreter vieler Radiostationen kommen zu Wort, vom israelischen Armeesender bis zum Piratenradio Al-Quds. Die israelisch-palästinensische Radiolandschaft ist ebensowie die politische vielfach gespalten und untereinander zerstritten. Sender, die keine Frequenz erhalten, weichen in Nachbarländer oder auf das Meer aus. Vorgestellt wird unter anderem ein strenggläubiger Sender, der ein monosexuelles Programm ausstrahlt (d.h. nur Sänger eines Geschlechts), damit keine religiösen Gebote verletzt werden. Ein anderer verzichtet komplett aufjegliches Programm, damit der künftige Messias zu Ihnen sprechen kann. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen wird jedoch deutlich, dass es nicht immer um die reine Lehre geht bzw. was man nach außen vertritt, nicht unbedingt für das eigene Leben gelten muss. Sein und Schein klaffen auseinander. Teile des Hörspiels beruhen auf dem Material des Films Documentary credit (1998) vonEva Meyer und Eran Schaerf.
Freitag 21:03 Uhr
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Jodeln in einer anderen Dimension Das Christian Zehnder Quartett aus der Schweiz Aufnahme vom 2.7.11 beim TFF Rudolstadt Musik aus der Schweiz spielte beim TFF Rudolstadt 2011 eine exponierte Rolle, da durfte das Jodeln, jene typisch alpenländische Gesangskunst, nicht fehlen. Christian Zehnder aus Zürich hat schon mit Musikern aus der ganzen Welt gearbeitet und stets versucht, die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, des Gesangs auszuloten. Die Grundlage seiner Musik bleibt das Jodeln, aber seine Ausdrucksfähigkeit geht weit darüber hinaus. Er addiert Obertongesang hinzu, grunzt, schnaubt, brüllt, nutzt alle Register seiner Baritonstimme. Sparsam begleitet von den Musikern seines Quartetts, entsteht ein grenzenloser Kosmos vokaler Lautmalerei, bei der auch Witz und Ironie ihren Platz haben. Jodeln in einer anderen Dimension
Freitag 21:05 Uhr
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Geschichten aus der großdeutschen Metropulle Science Fiction Hörspiel von Ingrid Marschang Mit: Stefan Kaminski, Horst Mendroch, Udo Schenk, Hannes Stelzer, Van Kinh Nguyen u.a. Regie: Andrea Getto (Produktion: NDR 2010) Johann Marland, Alkoholiker ohne festen Wohnsitz, hat einen Auftrag als Undercover-Detektiv. Mittels Fernrohr soll er die Privatsphäre seiner Berliner Nachbarn ausspionieren, um vorgetäuschter Bedürftigkeit und Sozialmissbrauch auf die Schliche zu kommen. Als Gegenleistung gibt"s Wohnung und Getränkegratis. Marland bezieht Quartier im 18. Stock eines schäbigen Hochhauses, inmitten der Marzahner Sterbefall- und Müllrabattenkultur. Durch seine Ermittlungen gerät er auf eine gefährliche Reise, die ihn bis ins württembergische Ludwigsburg und ins badische Triberg führt.
Freitag 22:03 Uhr
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Ich bin ein Schweinehund, das ist gar nicht auszudenken Von Matthias Eckoldt und Tatjana Rese Rolf Bernhard Holle: Sven Lehmann August Eckert: Martin Seifert Lotte Eckert: Ilka Teichmüller Regie: Christoph Dietrich Autorenproduktion 2011
Freitag 22:04 Uhr
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James "Blood" Ulmer (USA) Mitschnitt vom 24. März 1981 aus der Mensa der Universität, Bremen Jazz is the teacher Funk is the preacher das war in den frühen Jahren seiner Solokarriere ein viel zi- tiertes Motto. Gitarrist James "Blood" Ulmer, Jahrgang 1942, hatte zu- nächst die Schule von Swing-, Soul- , Bop- und Blues-Combos durchlau- fen. Mitte der siebziger Jahre geriet er in die Kreise von Jazz-Avantgardist Ornette Coleman, der eine neue Form von Freiheit im Gruppenspiel propa- gierte. Ulmer wurde Mitglied in Co- lemans Band und scherte alsbald zu einer Karriere unter eigenem Namen aus. Dabei verknüpfte er die eigenwil- lige Ästhetik des großen Vordenkers mit dem, was ihn außerdem nachhal- tig geprägt hatte: Funk und Blues. Der Free Funk, den Ulmer mit seinem Trio auch in der Bremer Uni-Mensa präsentierte, klang kantig, harsch und explosiv. Ein frischer Sound jenseits von Newjazz- und Jazzrock-Konven- tionen.
Freitag 22:05 Uhr
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Vein & Dave Liebman am Jazz Festival Basel 2012 Wenn Schweizer Musiker einen amerikanischen Star anfragen, dann hat das oft mit der Hoffnung auf ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu tun, man schmückt sich sozusagen mit Staren-Federn. Dieses Bild trifft aber nicht immer zu - in keiner Art und Weise zum Beispiel dann, wenn das Basler Klavier-Trio Vein den Saxophonisten Dave Liebman anfragt. Da spielen vier Musiker (neben David Liebman die Zwillinge Florian und Michael Arbenz und der Bassist Thomas Lähns) absolut auf Augenhöhe. Wer von den vier Musikern nach dem Konzert in Basel im Restaurant akzentfrei ein Bier bestellen konnte, und wer nicht, das interessiert keine Sekunde. Was zählt, ist nur die Musik.
Freitag 22:30 Uhr
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Die dicken Finger Das Trio Rupp/Roder/Steidle in der Schorndorfer Manufaktur Am Mikrofon: Julia Neupert Eine dicke Lippe riskieren: Wer das gerne tut, hat einen Hang zur selbstbewussten, lauten und frechen Meinungsäußerung. Die Parallele zum Namen des Trios Olaf Rupp / Jan Roder / Oliver Steidle ist unüberhörbar, wenn man sich das Bandkonzept der drei Berliner zu Gemüte führt. Mit E-Gitarre, E-Bass undSchlagzeug wollen sie den chaotischen Sprung ins Extreme wagen, mit einem offroad Sound, der vor allem eines nicht ist: hübsch ausbalanciert. Die improvisierte Musik von Die dicken Finger verspricht keinen gepflegten Mainstream, sondern wuchtige Klangereignisse an den kantigen Rändern desJazz.
Freitag 23:03 Uhr
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Am Anfang war die Nacht Musik Von Alissa Walser Musik: Peter Kaizar Bearbeitung und Regie: Harald Krewer Maria Theresia: Gerti Drassl Mesmer: Peter Simonischek Hofsekretär Paradis: Erwin Steinhauer Seine Gattin: Regina Fritsch Riedinger: Michael Dangl Erzähler: Peter Matic Von Störck: Wolfgang Hübsch Mozart: Florian Teichtmeister Jungfer Ossine: Chris Pichler Der Fremde: Fritz Hammel Herr 1: Paul Wolff-Plottegg Herr 2: Thomas Kamper Herr 3: Helmut Bohatsch Aufnahme NDR/ORF bis 00:07 Uhr
Freitag 23:05 Uhr
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Verfreundete Nachbarn Österreich, Schweiz und Deutschland in einer Langen Nacht Von Jochen Rack Die Schweiz und Österreich sind für Deutsche beliebte Urlaubsländer Die Grenzen zwischen den Nachbarländern sind nicht erst seit dem Schengenabkommen durchlässig, seit langer Zeit arbeiten, studieren, heiraten, wohnen Angehörige der jeweiligen Nationalitäten im Nachbarland Doch neuerdings scheint es, als würden die Differenzen von nationalspezifischer Mentalität und Lebensartintensiver erlebt und bewusster gepflegt als früher. Man spricht die deutsche Sprache, aber das Deutsche klingt in Österreich und der Schweiz anders als in Deutschland, und die Vorurteile und Klischees, die sich über den jeweiligen anderen im Umlauf befinden, haben Konjunktur. Sind es die politischen und ökonomischen Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung und der Globalisierung, die bei den kleineren deutschsprachigen Nachbarn ein neues Bedürfnis nach kultureller und politischer Abgrenzung zur Folge haben? In der Schweiz jedenfalls gibt es eine verstärkte Hinwendung zum Schwyzerdütsch. Deutsche in Spitzenpositionen der Wirtschaft oder derUniversitäten werden kritisch gesehen, und die Ausschaffungsinitiative/gesetz indiziert Fremdenangst sowie das Erstarken patriotischer Gefühle und nationalistischer Politik. In Österreich erfreut man sich am Deutschen-Bashing, es grassiert das Ressentiment vom rechthaberischen, humorlosen Piefke, der den Einheimischen die Studienplätze wegnimmt, während die Deutschen sichgegenüber ihren deutschsprachigen Nachbarn indifferent bis herablassend verhalten, ihnen wachsenden Provinzialismus und das Erstarken ausländerfeindlicher Parteien vorwerfen. Woher rühren die gegenseitigen Abgrenzungsbedürfnisse? Gibt es einen deutschen, österreichischen und Schweizer Nationalcharakter? Was ist dran an den Stereotypen über den jeweiligen Nachbarn? Welche historischen Gemeinsamkeiten gibt es eigentlich noch zwischen diesen drei Ländern?
Samstag 00:05 Uhr
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West-östlicher Divan Utopie und Wirklichkeit Morituri Von Yasmina Khadra Aus dem Französischen von Bernd Ziermann und Regina Keil-Sagawe Bearbeitung: Karlheinz Koinegg Regie: Frank-Erich Hübner Mit Christian Brückner, Josef Tratnik, Philipp Schepmann, Volker Niederfahrenhorst, Gert Haucke, Heinrich Giskes, Peer Augustinski u.a. WDR 2002/ca. 54" Eine Tochter aus gutem Hause ist verschwunden. Kommissar Brahim Llob wird mit dem Fall beauftragt - vom Vater persönlich, einem Ex-Politiker, der in den Zeiten des Einparteienstaates mit an der Spitze stand. Schnell führt die Suche nach dem Mädchen zwischen die Fronten eines vom Bürgerkrieg zerrissenen Algerien, in dem das Militär, die alte Nomenklatura und islamistischeFundamentalisten um Macht und Einfluss kämpfen. Ein gefährliches Terrain für einen Polizisten, zumal wenn er, wie Kommissar Llob, in seiner Freizeit Bücher schreibt. Morituri
Samstag 00:05 Uhr
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